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Angaben zum finanziellen Risikomanagement

Der Revisionsausschuss der TX Group AG überwacht das Risikomanagement der Gesellschaft und genehmigt den konsolidierten Risikobericht. Das Risikomanagement ist in Risikosphären aufgeteilt, welche zentral in der TX Group oder dezentral in den Unternehmen bearbeitet werden. Die von der Gruppenleitung definierten Risiko-Verantwortlichen identifizieren, bewerten und steuern die Risiken mit gezielten Massnahmen entlang eines periodischen, systematischen Prozesses.

Zentrale Treiber für Risiken sind die Beschleunigung des Strukturwandels in der Medienbranche infolge der COVID-19-Pandemie, die Verhaltensänderung der Medienkonsumenten und der Werbekunden und die Verschärfung des Wettbewerbs durch neue Medienangebote globaler Anbieter wie Google, Amazon oder Meta.

Die Marktrisiken werden für die einzelnen Unternehmen betrachtet und mit gezielten Massnahmen adressiert.

Zu den Marktrisiken von TX Markets zählen die starke Zunahme des Wettbewerbsdrucks und die schnelle Entwicklung disruptiver Geschäftsmodelle. Der Konkurrenzdruck in den Kernmärkten steigt vor allem durch massive Investitionen in Kleinanzeigen grosser internationaler Akteure. Dieser Entwicklung wird mit der Zusammenlegung der Online-Marktplätze von TX Markets und Scout24 Schweiz zur SMG Swiss Marketplace Group begegnet. Das Unternehmen ist eines der grössten Digitalunternehmen der Schweiz. Daneben besteht vor allem im Jobmarkt das Konjunkturrisiko. Diesem wird durch Beibehaltung eines flexiblen Setups, mit spezifischen Angeboten zum Kundenausbau und zur Kundenbindung sowie mit Kostenmanagement begegnet.

Bei Goldbach wird im TV-Bereich mit gezielten Massnahmen dem sich verändernden Medienkonsum des jüngeren Publikums Rechnung getragen. Dies u.a. durch die Lancierung innovativer Werbeformen wie Replay-Ads und durch die Entwicklung neuer Produkte um Advanced TV. Das Risiko des starken Rückgangs im Printkonsum wird mittels Allianzen und crossmedialer Angebote abgefedert. Ein weiteres Risiko stellen die Digitalisierung des Mediaeinkaufs und der damit einhergehende Verlust von Inventaren dar. Diesem Risiko wird durch Vertikalisierung und stärkere Kontrolle des Vertriebs mittels Nutzung von und Investitionen in neue Technologien entgegengehalten. Im Online-Bereich besteht das Risiko darin, dass sich die Ad Impressions aufgrund einer stärkeren Fokussierung auf Nettoreichweite und aufgrund der Abschaffung der Third-Party-Cookies rückläufig entwickeln. Konkrete Massnahmen dagegen bestehen im Ausbau der Messmethodik in der Kreierung neuer Werbeformate und der Einführung einer konvergenten Währung.

Die COVID-19-Pandemie und deren Folgen für das öffentliche Leben beschleunigten bei 20 Minuten die Verlagerung der Werbeausgaben von Print zu Digital. Gleichzeitig birgt die rasante Veränderung im Medienkonsum der jungen Zielgruppe Risiken, die mit einer «Social Media first»-Strategie gezielt angegangen werden. Die relevanten News- und Unterhaltungsformate werden künftig in erster Linie für die Ausspielung auf verschiedenen Sozialen Plattformen produziert und auch erst dort ausgespielt, bevor sie für App, Website und Zeitung adaptiert werden. Weitere Massnahmen werden ergriffen, um das Risiko «Data privacy und Cookieless / Technologie» resp. die Folgen der Abschaffung von Third Party Cookies auf die Werbebranche abzufedern. Mit der Einführung eines Logins und zusätzlichen Identifiers (PPI) konnte aber bislang im Google-Adserver-Bereich der potenzielle Schaden stark eingegrenzt werden.

Bei Tamedia stellen der weitere Rückgang des Print-Werbemarkts, das Verfehlen des digitalen Umsatzwachstums im Nutzermarkt sowie kurzfristige Einbussen beim Drittkundengeschäft bei den Druckzentren die wesentlichen Risiken dar. In enger Zusammenarbeit mit Goldbach Publishing wurden variable Vermarktungskosten umgesetzt sowie die Werbeangebote optimiert. Durch konsequente Fokussierung der Inhalte auf Mobile, die Verbesserung der Usability der Produkte und die automatisierte Begleitung von Kunden im Sales Funnel erfolgen Zugewinne im digitalen Nutzermarkt, mit welchen die Verluste im Print-Lesermarkt abgefedert werden. Im Drittkundengeschäft der Druckzentren liegt der Fokus auf der engen Beziehungspflege zu den Kunden und auf der konstanten Optimierung der Kostenstruktur. Für die nächsten sechs bis zwölf Monate ist mit einer starken Erhöhung des Papierpreises aufgrund des europaweiten Mangels an Altpapier und erhöhter Energiepreise zu rechnen. Papier-Angebot und -Nachfrage sollten sich danach wieder die Waage halten und die Preise sinken. Die Verhandlungs­strategie beim Papiereinkauf wird entsprechend angepasst.

Für die Portfolio-Unternehmen von TX Ventures besteht das Risiko, dass sich die Bewertungsmultiples (z.B. EV/Sales oder EV/EBITDA) vergleichbarer Unternehmen am Kapitalmarkt abschwächen, was einen negativen Effekt auf den jeweiligen Unternehmenswert zur Folge hätte. Dieses Risiko wird mittels konservativer Bewertungsmechanismen und kontinuierlicher Bewertung adressiert. Geschäftsmodell­risiken, wie sich verändernde Märkte, unzureichender Product-Market-Fit und Investments in Early(-ier) Stage bergen Risiken, welche mit kontinuierlicher Markt- und Wettbewerbsanalyse angegangen werden. Als weiteres grosses Risiko wird die Expansion der globalen Anbieter eingestuft. Diese expandieren kontinuierlich in andere Geschäftsbereiche, was mittelfristig bei einzelnen Unternehmen zu einem kompetitiven Umfeld führen und sich negativ auf das Pricing auswirken könnte. Mittels Diversifikation und Fokus auf nicht zyklische Geschäftsmodelle mit starken strukturellen Treibern gehen die Unternehmen von TX Ventures dieses Risiko aktiv an.

Neben Marktrisiken werden in den Bereichen Personal, Finanzen, Legal und Technologie die Risiken aktiv gemanagt. Um technischen Störungen von IT-Systemen sowie zunehmender Cyberkriminalität entgegenzuwirken, wird laufend in Security-Massnahmen investiert, die sich insbesondere bei Cyberangriffen auszahlen. TX Group ist deshalb mit führenden Anbietern Partnerschaften eingegangen, um modernsten Schutz einzubauen.

Zinsrisiko

Das Zinsrisikomanagement erfolgt zentral. Kurzfristige Zinssatzrisiken werden in der Regel nicht abgesichert. Am Bilanzstichtag bestand keine Absicherung für langfristige Zinsrisiken.

Das Risiko aus der Veränderung von Marktzinsen betrifft vor allem die bestehenden kurzfristigen und langfristigen Finanzverbindlichkeiten.

Aus der folgenden Übersicht gehen die Positionen, die Zinsrisiken ausgesetzt sind, und die Aus­wirkungen einer möglichen Veränderung der Zinssätze auf das Ergebnis vor Steuern hervor.

  2021   2020
in CHF 000   variabel
verzinslich
  fest-
verzinslich
  variabel
verzinslich
  fest-
verzinslich
Aktiven                
Flüssige Mittel   436 465     276 153  
Darlehensforderungen     154 323     761
                 
Passiven                
Bankverbindlichkeiten und -darlehen     4 675     2 000
Darlehensverbindlichkeiten   2 885   66 682   2 885   14 970
                 
Einfluss auf Ergebnis vor Steuern bei Veränderung um +/– 0.1%   +/– 434       +/– 273    
Währungsrisiko

Risiken aus Wechselkursschwankungen können vor allem aus Papiereinkäufen oder Investitionen resultieren. Wechselkursrisiken werden, wo als sinnvoll erachtet, zentral mittels Cash Flow Hedges abgesichert und entsprechend minimiert.

Derzeit stammen Währungsrisiken hauptsächlich aus Einkäufen, die in Fremdwährungen getätigt werden und deren Betriebserträge überwiegend in CHF generiert werden, sowie bei Beteiligungen, die in einer fremden Währung geführt werden. Der Gegenwert der Einkäufe in Fremdwährung belief sich 2021 auf 91.0 Mio. CHF (Vorjahr: 74.7 Mio. CHF). Die Risiken umfassen mehrheitlich Geschäfte in Euro und wurden für die Papiereinkäufe 2022 im Umfang von 37.1 Mio. CHF abgesichert (Absicherung 2020 für die Papiereinkäufe 2021 in Höhe von 29.8 Mio. CHF). Nicht berücksichtigt sind in den obigen Einkäufen in Fremdwährung die Einkäufe in Fremdwährung der ausländischen Goldbach-Group-Gesellschaften, da deren Einkäufe aufgrund der gleichfalls in Euro anfallenden Betriebserträge keinem wesentlichen Währungsrisiko ausgesetzt sind. Auf Absicherungen für das Fremdwährungsrisiko bei Beteiligungen wird verzichtet. Angaben zu den bestehenden Absicherungen für 2021 mit Devisentermingeschäften finden sich in Anmerkung 36. Angaben zur Verbuchungssystematik dieser Cash Flow Hedges finden sich in den Bewertungsgrundsätzen.

Die Auswirkungen einer möglichen Veränderung der Fremdwährungskurse um 5 Prozent auf den in der Bilanz enthaltenen Positionen in Euro, US Dollars, dänischen Kronen, serbischen Dinars und israelischen Schekel auf das Ergebnis vor Steuern belaufen sich per Ende 2021 auf –0.9 Mio. CHF (Vorjahr auf –0.1 Mio. CHF).

Kreditausfallrisiko

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt eine laufende Überwachung durch standardisierte Prozesse, die sich im Inkassowesen auch auf externe Partner abstützen. Basierend auf einheitlichen Richtlinien werden die notwendigen Wertberichtigungen vorgenommen (siehe auch Bewertungsrichtlinie zu Forderungen). Die Gefahr von Klumpen­risiken wird durch die grosse Anzahl und die breite Streuung der Forderungen gegenüber Kunden aus allen Marktsegmenten minimiert. Quantitative Angaben zum Kreditrisiko aus der operativen Tätigkeit finden sich in der Anmerkung 16 zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Das Kreditrisiko, das aus den flüssigen Mitteln und aus anderen finanziellen Werten resultiert, besteht im Ausfall der Gegenpartei, wobei sich das maximale Risiko auf den Buchwert beläuft. Die flüssigen Mittel sind im Wesentlichen bei drei grossen Schweizer Banken hinterlegt, deren Kreditausfallrisiko basierend auf den aktuellen Kreditratings von Standard & Poor’s als tief eingeschätzt wird.

Liquiditätsrisiko

Dem Risiko, nicht über die notwendige Liquidität zur Begleichung der Verbindlichkeiten zu verfügen, wird durch eine laufende Liquiditätsplanung Rechnung getragen. In der Liquiditätsplanung werden sowohl die operative Geschäftstätigkeit als auch die Forderungen und Verpflichtungen berücksichtigt.

Die Bewirtschaftung der Liquidität sowie die langfristige Finanzierung sind zwecks Optimierung der Finanzmittel zentralisiert. Damit werden eine kosteneffiziente Kapitalbeschaffung sowie eine auf die Zahlungs­verpflichtungen abgestimmte Liquidität sichergestellt.

Die Fälligkeiten der finanziellen Verpflichtungen gehen aus der folgenden Übersicht hervor.

in CHF 000   nicht verfallen/
auf Abruf
  bis 3 Monate   4 bis 12 Monate   1 bis 5 Jahre   über 5 Jahre   Total
2021                        
Finanzverbindlichkeiten   4 146   5 108   11 689   102 697   13 200   136 840
davon derivative Finanzinstrumente     396   1 279       1 675
davon Leasingverbindlichkeiten     4 629   9 865   30 039   13 200   57 734
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   66 027           66 027
Übrige Verbindlichkeiten   4 895           4 895
Total   75 069   5 108   11 689   102 697   13 200   207 762
 
                         
2020                        
Finanzverbindlichkeiten   5 072   4 484   10 860   57 908   18 596   96 920
davon derivative Finanzinstrumente            
davon Leasingverbindlichkeiten     4 450   10 410   38 039   18 596   71 495
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   69 073           69 073
Übrige Verbindlichkeiten   15 234           15 234
Total   89 379   4 484   10 860   57 908   18 596   181 226
Kapitalmanagement

Das im Zusammenhang mit Kapitalmanagement definierte Kapital entspricht dem aus­gewiesenen Eigenkapital.

Mit dem Kapitalmanagement wird sichergestellt, dass das notwendige Kapital für die operative Tätigkeit aus selbst erarbeiteten Mitteln bereitgestellt und Finanzverbindlichkeiten in der Regel aus eigener Kraft innerhalb von drei bis fünf Jahren zurückbezahlt werden können. Zur Steuerung des Kapitals werden die Dividenden an die Aktionäre angepasst. Es wird angestrebt, den Aktionären eine Dividende auszuschütten, die sich in der Höhe von 35 bis 45 Prozent des Free Cash Flow b. M&A nach Dividenden an Minderheiten bewegt. Der Eigenfinanzierungs­grad soll langfristig deutlich über 50 Prozent liegen.