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Angaben zum finanziellen Risikomanagement

Der Revisionsausschuss der TX Group AG überwacht das Risikomanagement der Gesellschaft und genehmigt den konsolidierten Risikobericht. Das Risikomanagement ist in Risikosphären aufgeteilt, welche zentral in der TX Group oder dezentral in den Subgruppen bearbeitet werden. Die von der Geschäftsleitung der Gruppe definierten Risiko-Verantwortlichen identifizieren, bewerten und steuern die Risiken mit gezielten Massnahmen entlang eines periodischen, systematischen Prozesses.

Zentrale Treiber für Risiken sind die Beschleunigung des Strukturwandels in der Medienbranche infolge der COVID-19-Pandemie, die Verhaltensänderung der Medienkonsumenten und der Werbekunden, Verschärfung des Wettbewerbs durch neue Medienangebote globaler Anbieter wie Facebook, Amazon, YouTube, Instagram oder TikTok sowie die Veränderung der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Die Marktrisiken werden für die einzelnen Subgruppen betrachtet und mit gezielten Massnahmen adressiert.

Zu den Marktrisiken von TX Markets zählt die starke Zunahme des Wettbewerbsdrucks. Der Konkurrenzdruck in den Kernmärkten von TX Markets steigt vor allem durch massive Investitionen in Kleinanzeigen grosser internationaler Akteure (Google, Facebook etc.). Mit Markt- und Portfolio­konso­li­dierung in der Schweiz und Investition in marktführende Positionen und Expansion entlang der Wert­schöpfungs­kette sowie selektive internationale Expansion wird dem Druck entgegengehalten. Daneben besteht vor allem im Jobmarkt ein insbesondere durch die Entwicklung von COVID-19 getriebenes Konjunkturrisiko. Diesem wird mit spezifischen Angeboten zur Kundenunterstützung und Kostenmanagement begegnet.

Bei Goldbach wird nach dem Umsatzeinbruch in 2020 für das Folgejahr mit einer Erholung der Werbewirtschaft gerechnet. Eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Prognosen stellt ein Marktrisiko dar. Eine nicht antizipierte Beschleunigung des Rückgangs im Print-Werbemarkt infolge der Pandemie stellt ein weiteres Risiko dar. Massnahmen werden mit den Publishern evaluiert und eine Kompensation durch Erschliessung neuer Ertragsquellen angestrebt.

Mit Blick auf den TV-Markt ist der Reichweitenrückgang im Zusammenhang mit der zeitversetzten Nutzung von TV und der damit einhergehenden Werbevermeidung sowie der zunehmenden Konkurrenz von Streaming-Anbietern ein grosses Risiko. Im Online-Bereich besteht das Risiko darin, dass die Ad Impressions aufgrund einer stärkeren Fokussierung auf Nettoreichweite und aufgrund des Cookiesterbens rückläufig sind. Massnahmen bestehen im Ausbau der Messmethodik, der Kreierung neuer Werbeformate und der Einführung einer konvergenten Währung.

Die COVID-19-Pandemie und deren Folgen fürs öffentliche Leben beschleunigten bei 20 Minuten die Verlagerung der Werbeausgaben von Print zu Digital. Aufgrund der grossen Reichweite in der Schweiz stellt ein Marktanteilsverlust durch inländische und ausländische Konkurrenz ein weiteres wesentliches Risiko dar. Um die Transition von Print zu Digital optimal zu gestalten, werden laufend Optimierungen am Printprodukt vorgenommen sowie ein striktes Kostenmanagement angewandt. Zudem wird im digitalen Auftritt weiter investiert: Der Bereich Audio (vor allem Podcast) wird vermehrt und gezielt prominenter ausgespielt. Im Bereich Video und Story konnten neuen Formate (NOW!, One Love etc.) erfolgreich lanciert werden. Neue, vor allem bei der jungen Zielgruppe aufkommende Plattformen (TikTok usw.) werden mit dedizierten Ressourcen aktiv bespielt. Organisatorisch bündeln sich die Kräfte in der Westschweiz und bilden ab 1. Januar 2021 ein neues Social-Media-Kompetenzteam. Zusätzliche Massnahmen wurden dem Verwaltungsrat der Subgruppe im Dezember 2020 unterbreitet.

Bei Tamedia stellen der disruptive Einbruch des Print-Werbemarkts, der Rückgang des Print-Lesermarkts sowie kurzfristige Einbussen beim Drittkundengeschäft bei den Druckzentren die wesent­lichen Risiken dar. In enger Zusammenarbeit mit Goldbach Publishing werden variable Vermarktungs­kosten angestrebt sowie die Werbeangebote optimiert. Durch konsequente Fokussierung der Inhalte auf Mobile, die Verbesserung der Usability der Produkte und die automatisierte Begleitung von Kunden im Sales Funnel erfolgen Zugewinne im digitalen Nutzermarkt, mit welchen die Verluste im Print-Lesermarkt abgefedert werden. Im Drittkundengeschäft der Druckzentren liegt der Fokus auf der engen Beziehungs­pflege zu den Kunden und auf der konstanten Optimierung der Kostenstruktur.

Für die Portfolio-Unternehmen von TX Ventures besteht das Risiko, dass sich die Bewertungsmultiples (z.B. EV/Sales oder EV/EBITDA) vergleichbarer Unternehmen am Kapitalmarkt abschwächen könnten, was einen negativen Effekt auf den jeweiligen Unternehmenswert zur Folge hätte. Dieses Risiko wird mittels konservativer Bewertungsmechanismen und kontinuierlicher Bewertung adressiert. Bei den Beteiligungen, die aktuell noch nicht EBITDA-positiv sind, bestehen gewisse Fundingrisiken (Zugang zu Kapital). Durch kontinuierliche Liquiditätsplanung sollen die Fundingrisiken frühzeitig erkannt werden. Daneben monitoren wir regulatorische Risiken, die Auswirkungen auf die Bottom Line (Preis/Leistungsangebot) haben könnten. Diese Risiken werden in der Regel durch eine Anpassung des Pricing & Packages adressiert.

Als weitere Risiken werden neue Projekte im In- und Ausland, technische Störungen von IT-Systemen sowie die zunehmende Cyberkriminalität beurteilt. Um diesen entgegenzuwirken, werden ein Patch-Management sowie neue Cyberabwehrsysteme eingeführt. Die Risiken von operativen Fehlern und Schwächen oder Elementarschadenereignisse werden demgegenüber als weniger wesentlich beurteilt.

Zinsrisiko

Das Zinsrisikomanagement erfolgt zentral. Kurzfristige Zinssatzrisiken werden in der Regel nicht abgesichert. Am Bilanzstichtag bestand keine Absicherung für langfristige Zinsrisiken.

Das Risiko aus der Veränderung von Marktzinsen betrifft vor allem die bestehenden kurzfristigen und langfristigen Finanzverbindlichkeiten.

Aus der folgenden Übersicht gehen die Positionen, die Zinsrisiken ausgesetzt sind, und die Aus­wirkungen einer möglichen Veränderung der Zinssätze auf das Ergebnis vor Steuern hervor.

  2020   2019
in CHF 000   variabel
verzinslich
  fest-
verzinslich
  variabel
verzinslich
  fest-
verzinslich
Aktiven                
Flüssige Mittel   276 153     291 194  
Darlehensforderungen     761     457
                 
Passiven                
Bankverbindlichkeiten und -darlehen     2 000     22 072
Darlehensverbindlichkeiten   2 885   14 970   4 318   10 803
                 
Einfluss auf Ergebnis vor Steuern bei Veränderung um +/– 0.1%   +/– 273       +/– 287    
Währungsrisiko

Risiken aus Wechselkursschwankungen können vor allem aus Papiereinkäufen oder Investitionen resultieren. Wechselkursrisiken werden, wo als sinnvoll erachtet, zentral mittels Cash Flow Hedges abgesichert und entsprechend minimiert.

Derzeit stammen Währungsrisiken hauptsächlich aus Einkäufen, die in Fremdwährungen getätigt werden und deren Betriebserträge überwiegend in CHF generiert werden, sowie bei Beteiligungen, die in einer fremden Währung geführt werden. Der Gegenwert der Einkäufe in Fremdwährung belief sich 2020 auf 74.7 Mio. CHF (Vorjahr: 99.2 Mio. CHF). Die Risiken umfassen mehrheitlich Geschäfte in Euro und wurden für die Papiereinkäufe 2021 im Umfang von 29.8 Mio. CHF abgesichert (Absicherung 2019 für die Papiereinkäufe 2020 in Höhe von 41.7 Mio. CHF). Nicht berücksichtigt sind in den obigen Einkäufen in Fremdwährung die Einkäufe in Fremdwährung der ausländischen Goldbach-Group-Gesellschaften, da deren Einkäufe aufgrund der gleichfalls in Euro anfallenden Betriebserträge keinem wesentlichen Währungsrisiko ausgesetzt sind. Auf Absicherungen für das Fremdwährungsrisiko bei Beteiligungen wird verzichtet. Angaben zu den bestehenden Absicherungen für 2019 mit Devisentermingeschäften finden sich in Anmerkung 35. Angaben zur Verbuchungssystematik dieser Cash Flow Hedges finden sich in den Bewertungsgrundsätzen.

Die Auswirkungen einer möglichen Veränderung der Fremdwährungskurse um 5 Prozent auf den in der Bilanz enthaltenen Positionen in Euro, US Dollars, dänischen Kronen, serbischen Dinars und israelischen Schekel auf das Ergebnis vor Steuern belaufen sich per Ende 2020 auf –0.1 Mio. CHF (Vorjahr auf –0.8 Mio. CHF).

Kreditausfallrisiko

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt eine laufende Überwachung durch standardisierte Prozesse, die sich im Inkassowesen auch auf externe Partner abstützen. Basierend auf einheitlichen Richtlinien werden die notwendigen Wertberichtigungen vorgenommen (siehe auch Bewertungsrichtlinie zu Forderungen). Die Gefahr von Klumpen­risiken wird durch die grosse Anzahl und die breite Streuung der Forderungen gegenüber Kunden aus allen Marktsegmenten minimiert. Quantitative Angaben zum Kreditrisiko aus der operativen Tätigkeit finden sich in der Anmerkung 16 zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Das Kreditrisiko, das aus den flüssigen Mitteln und aus anderen finanziellen Werten resultiert, besteht im Ausfall der Gegenpartei, wobei sich das maximale Risiko auf den Buchwert beläuft. Die flüssigen Mittel sind im Wesentlichen bei drei grossen Schweizer Banken hinterlegt, deren Kreditausfallrisiko basierend auf den aktuellen Kreditratings von Standard & Poor’s als tief eingeschätzt wird.

Liquiditätsrisiko

Dem Risiko, nicht über die notwendige Liquidität zur Begleichung der Verbindlichkeiten zu verfügen, wird durch eine laufende Liquiditätsplanung Rechnung getragen. In der Liquiditätsplanung werden sowohl die operative Geschäftstätigkeit als auch die Forderungen und Verpflichtungen berücksichtigt.

Die Bewirtschaftung der Liquidität sowie die langfristige Finanzierung sind zwecks Optimierung der Finanzmittel zentralisiert. Damit werden eine kosteneffiziente Kapitalbeschaffung sowie eine auf die Zahlungs­verpflichtungen abgestimmte Liquidität sichergestellt.

Die Fälligkeiten der finanziellen Verpflichtungen gehen aus der folgenden Übersicht hervor.

in CHF 000   nicht verfallen/
auf Abruf
  bis 3 Monate   4 bis 12 Monate   1 bis 5 Jahre   über 5 Jahre   Total
2020                        
Finanzverbindlichkeiten   5 072   4 484   10 860   57 908   18 596   96 920
davon derivative Finanzinstrumente            
davon Leasingverbindlichkeiten     4 450   10 410   38 039   18 596   71 495
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   69 073           69 073
Übrige Verbindlichkeiten   15 234           15 234
Total   89 379   4 484   10 860   57 908   18 596   181 226
 
                         
2019                        
Finanzverbindlichkeiten   21 827   3 362   9 975   47 181   5 497   87 843
davon derivative Finanzinstrumente     143   429       572
davon Leasingverbindlichkeiten     3 186   9 103   29 790   5 497   47 577
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   81 137           81 137
Übrige Verbindlichkeiten   10 339           10 339
Total   113 303   3 362   9 975   47 181   5 497   179 319
Kapitalmanagement

Das im Zusammenhang mit Kapitalmanagement definierte Kapital entspricht dem aus­gewiesenen Eigenkapital.

Mit dem Kapitalmanagement wird sichergestellt, dass das notwendige Kapital für die operative Tätigkeit aus selbst erarbeiteten Mitteln bereitgestellt und Finanzverbindlichkeiten in der Regel aus eigener Kraft innerhalb von drei bis fünf Jahren zurückbezahlt werden können. Zur Steuerung des Kapitals werden die Dividenden an die Aktionäre angepasst. Es wird angestrebt, den Aktionären eine Dividende auszuschütten, die sich in der Höhe von 35 bis 45 Prozent des Ergebnisses bewegt. Der Eigenfinanzierungs­grad soll langfristig deutlich über 50 Prozent liegen.